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Titan - einbesonderes Metall

 

an dieser Stelle möchte ich einige Worteüber Titan verlieren, so ganz allgemein, denn dieses Metall ist immerhin von einem gewissen Nimbus umgeben. Über Details wird kaum jemals etwas veröffentlicht und Verarbeitungstricks und Erfahrungen auch heute noch fein säuberlich unter Verschluss gehalten.

Titan ist das leichteste aller Schwermetalle. Es wurde 1791 in Creed, Cornwall, von dem Geistlichen William Gregor entdeckt. Jedoch beanspruchte auch der Deutsche M.H. Klaproth aus Berlin im gleichen Jahr die Entdeckung für sich. Wahrscheinlich eine parallele Entdeckung. Titan ist ein relativ weiches, silberglänzendes Metall mit einer Härte von 60 nach Vickers. Es wird durch Erhitzen seines Tetrachlorids mit Magnesium oder Calcium gewonnen. Titan ist kein seltenes Element. Es kommt in der Erdkruste mit einer Häufigkeit von 5600 ppm vor. Es bildet eine schützende Oxidschicht auf seiner Oberfläche und ist dadurch, ähnlich wie Aluminium, unempfindlich gegen Korrosion. Es verbrennt in feiner Verteilung mit hellweißer Flamme an der Luft und verbindet sich mit nahezu allen Elementen dieses Planeten zu chem. Verbindungen. Stark abgekühlt neigt es dagegen zur chem.Trägheit.

Eine weitere Eigenart des Titans ist es, dass seine chem. Verbindungen fast alle von großer Härte sind. Oft reichen sehr kleine Verunreinigungen aus, um das Material vollkommen unbearbeitbar und unbrauchbar zu machen. Die Verbindung von Stickstoff und Titan, das Titannitrit, wird als PVD oder Sputterbeschichtung in wenigen Atomlagen Stärke auf schneidende Werkzeuge (Fräser, Bohrer u.dgl.) aufgetragen und erhöht die Standzeit derartig veredelter Teile um ein Vielfaches. Wegen ihres Aussehens, werden diese auch als Goldies ;-) oder als „Tinis“ bezeichnet. Aufgrund seiner Eigenschaften lässt sich Titan mit gezielten Verunreinigungen in hohen Festigkeitsbereichen herstellen, was es vor allem für die Verwendung in der Luftfahrt geeignet macht. Durch seine oxidierte Oberfläche ist es derartig resistent gegen alle chem. Einflüsse, dass es in der Medizintechnik als Material für Implantate, weite Verwendung findet. Als Oxid findet Titan weiteste Verbreitung im Pigmentbereich und hat das giftige Bleiweiß ersetzt. Es findet sich sowohl in Malerfarben, als auch als Färbemittel in Kunststoffen. Durch seine feine Verteilung, eignet es sich auch als Poliermittel.

Geglüht hat es eine Härte von gerade mal 60 Grad nach Vickers, die Zugfestigkeit liegt bei 280N/mm² der Schmelzpunkt bei 1660°C. Es reichen oft wenige Bruchteile eines Prozents an Beimengungen aus, um das Material signifikant zu verändern. 68°C Bereits eine Dotierung mit Sauerstoff lässt seine Zugfestigkeit bis auf über 800 N ansteigen! Legiert mit Aluminium und Vanadium steigert sich diese sogar bis auf über 1100N. Damit sind die Möglichkeiten jedoch bei weitem noch nicht zu Ende.

Schweißen: Geeignete Schweißverfahren sind u.a. :WIG, MIG/MAC, Reibschweißen, Ultraschall, Laser, Elektronenstrahl.

Löten: Im Vacuum- Ofen, oder Metallbeschichtet mit Silberbasis, oder Palladiumhaltigen Loten. Ferner auch als Aktivlot einsetzbar, z.B. zum Löten von Keramik oder Diamant.

Die vorstehenden Fakten sollen nur einmal deutlich machen, mit welch mächtigem Werkstoff wir es hier zu tun haben. Die Reihe der Verwendungen und Anwendungen lässt sich noch schier endlos weiter fortsetzen. Ein weiteres Gebiet sind die metallischen Verbindungen von Titan, etwa das Gebiet der pseudoelastischen Memory- Flex- Werkstoffe. Mit ihnen lassen sich unglaubliche Federn herstellen, die stark unterkühlt mit einer Pinzette zusammengelegt werden können und so in die Federhäuser eingesetzt werden, die jedoch sofort nachdem sie wieder warm geworden sind, mächtige Kräfte aufbauen. Rostfrei, vollkommen antiallergisch, und für die Ewigkeit gemacht.

Abgesehen einmal von den industriellen Anwendungen, das dieses Material auch für den Goldschmied seine Reize. Reintitan lässt sich in allen Interferenzfarben anodisieren und kann so als sehr reizvoller Bestandteil in Goldschmuck verarbeitet werden. Reintitan Grade 1 lässt sich aufgrund seine hohen Duktilität sogar als Material für Paveefassungen verwenden, nachdem die Steine sitzen z.B. intensiv blau anodisiert, ein unglaublich geiler Effekt!

Also sage mir keiner Titan sei ein unbrauchbares Sauzeug! Und doch ist es Eines, wenn man es nicht richtig behandelt. Was es gar nicht mag: Lötenversuche mit der Gasflamme, Überhitzungen, Glühen mit Dreck, Fett, Flussmittel oder Farbe oder... dran. Titan kommt in vielen Gewändern daher: Als AL4VC6 versaut es sogar gute Stahlwerkzeuge, auf Hartmetallzieheisen ist es geradezu "spezialisiert" Der erste Ziehversuch ist meist auch der allerletzte für das gemarterte Ziehwerkzeug! Titan ist eben Titan.

Industrieell verarbeitet, kommt es uns meist als AL4V6 daher. Etwas dunkler, von eben "dieser typischen Titanfarbe" Es wird von den Herstellern wegen der guten Zerspanungseigenschaften, seiner Härte, sowie wegen der überaus guten Poliereigenschaften verwendet. Allerdings ist es nur noch bedingt schweißbar. Deshalb sind die  Erzeugnisse aus diesem Werkstoff meist einteilig, oder aus Blechteilen zusammengefaltet (Uhrbänder usw)

Falls die ein-oder andere Frage zu Titan besteht, oder einfach was Spezielles auftaucht, einfach eine Mail schicken  ich hab eine reiche Erfahrung mit T. Wir verarbeiten und montieren es. ABER: Es ist etwas ganz anderes als die üblichen Edelmetalle, vieles ist möglich, Anderes gar nicht :-) !

Mail:  info@wehpke.de

Wenn Ihnen meine Seite gefällt, würde ich mich über einen Link auf Ihrer Homepage besonders freuen!



Das Borrmassinn

 Also, das war so: Mein Freund Uwe ist ein fleißiger Flohmarktjäger. Kaum einen Händler aus dem Umkreis, den er nicht kennt. Mit Inventurliste und Lebenslauf. An jenem Sonntag war Düsseldorf dran. Damit sich die Sache auch lohnt, sagt Uwe, muss man früh auf dem Flohmarkt sein. Und so kam es, wie es kommen musste: 5,30h, es klingelt Sturm: Uwe.

Kameraschwenk nach Düsseldorf: Mittlerweile ist es 7,30h, die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des jungen Julitages, tauchen folgende Szenerie in goldenes Licht: Auf der Erde ausgebreitet, liegen in Reih und Glied etwa 15 Bohrmaschinen. Dahinter, etwa 3 Meter weiter steht ein alter, wackeliger Holzstuhl. Und auf diesem sitzt ein Türke oder Armenier, weiß der Teufel wo der Mann zu Hause sein mochte. Er hat einen deutschen Trachtenhut über die Augen gezogen und ist in der wärmenden Sonne offensichtlich eingeschlafen. Bekleidet ist er außerdem mit riesigen Stiefeln fremdländischer Machart, mit einer weiten Hose, die anscheinend einmal aus einer alten Decke gefertigt worden war und einer alten, speckigen, aber warm und solide wirkenden Jacke. Das Ganze wird zusammengehalten, von einem breiten Lederkoppel, offenbar aus Militärbeständen,

„Nun sieh dir den an! “, raunt Uwe mir zu, „der macht sich ‚nen Lenz“. Ein wenig Neid schwingt in seiner Stimme mit. Dann erfassen Uwes geschulte, immer flinke Augen, die Bohrmaschinen. Abschätzend nimmt er die Erste in die Hand, prüft Lagerspiel, Getriebefunktion, Kabelanschluss, legt sie weg und nimmt die Zweite. Dann die Dritte, vierte, Uwe ist ein echter Flohmarktprofi und genießt jede Schraube, jeden Kratzer des jeweiligen Objektes seines Interesses. Mittlerweile hat er fast alle Bohrmaschinen untersucht. Plötzlich, völlig unvermutet, klingt eine Stimme an sein Ohr: “Das Massinn ist voll ok, de Preis 30 Mark. Das andere Massinn iste Kabel ab, aber geht nok, Preis ist 15. De blau Massinn is nur nok für Bastel, Preis muss haben 2 Mark. Und so geht es weiter, ein Redefluss wie ein Maschinengewehr! Kaum dass er einmal Luft holt. Dann schiebt er sich ohne noch ein weiteres Wort zu verlieren den Hut wieder ins Gesicht und ist nicht mehr zu sprechen!

Uwe ist annähernd sprachlos, was einiges bei ihm heißen will. Natürlich haben weder ich, noch Uwe dem Redeschwall folgen können und so nimmt er leicht verunsichert wieder eine der Maschinen zur Hand. Er dreht gedankenvoll am Bohrfutter und bemerkt betont unauffällig: „Das Bohrfutter allein ist den Kaufpreis drei Mal wert“. In der Tat, weiß der Geier, wie dieses Präzisionsfutter auf die einfache Bohrmaschine gekommen ist. Um nicht die Aufmerksamkeit des Verkäufers zu wecken, nimmt er scheinbar wahllos eine der anderen Maschinen in die Hand und bewegt den Schalter hin und her.

Plötzlich, wie von der Tarantel gestochen, springt der Verkäufer auf:“ Was du kuk mit deine deutsen Augen meine Borrmassinn in de Ars erein! Is dir haben gesagt, das Massinn iste gut und is sagen dir nok einemal de Massinn iste gut“ Und zum Beweis seiner Worte, entreißt er dem verdutzten Uwe die Bohrmaschine und deutet mit einem unsäglich schmutzigen Finger auf ein ungelenk bekritzeltes Etikett. Und da steht es tatsächlich: Drei Buchstaben sind zu sehen, krakelig, kaum lesbar auf dem verdrecken Papier: Ein „K“, ein „U“ und ein „T“, KUT !

 

Das war es also, das Massinn war kut!!! Dreht sich um, zwei Schritte, setzt sich ohne uns noch eines Blickes zu würdigen auf seinen Wackelstuhl, schiebt sich den Hut über die Augen und gibt sich erneut der morgendlichen Sonne hin!