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31.01.2008 Wie Sonderangebote entstehen können -)
Im Eifer des Gefechtes passieren ja die tollsten Dinge: So auch in diesem Fall: Ein Kostenvoranschlag für einen Solitär-Damenring mit Brillant wurde für einem unserer Juwelier-Kunden, also für einen Wiederverkäufer gemacht. Zuerst dachte ich, dass der Kunde den Kostenvoranschlag nicht bestätigt hätte, aber es ist eigentlich noch viel schlimmer ;-). Der Kostenvoranschlag wurde nämlich doch bestätigt und der angebotene Ring in Auftrag gegeben. Wie haben ihn auch angefertigt. So, und nun kommt es! Bestellt war ein Weißgoldring, - Sie ahnen es schon? - und gemacht haben wir das Stück in GELBGOLD!
Deshalb:
Ein Bonbon für Besucher dieser Seite!

Brillant-Solitär Gelbgold 585/000 0,20 Karat TW/VSI aus unserer Werkstatt
Und da der Endkunde nun mal keinen Ring in Gelbgold wollte, haben wir ihn noch einmal gemacht, diesmal in Weißgold und so war er auch wie gewünscht.
Wir sind ein reiner, schmuckproduzierender Atelierbetrieb und haben keinen Laden. Aus diesem Grund verkaufe ich den fertigen Ring nun hier, auf meiner Homepage, zum Herstellerpreis.
Die Einzelheiten:
Außer dem abgebildeten Ring, gibt es davon nur noch den erwähnten, baugleichen Weißgoldring. Er ist stabil, in kräftiger, trotzdem eleganter Verarbeitung . Dazu kommt lediglich der versicherte Versand in Höhe von 11 Euro mit einem Overnight Express.
Ich habe aber nur diesen Einen, mehr gibt es davon nicht!
Zu Spät :-) Jetzt ist er weg!Wer ihn haben möchte, der sollte vorher unbedingt meinen Preis, mit dem Preis der üblichen, großen Schreihälse vergleichen. Ich bin wirklich gespannt, ob er irgendwo günstiger zu haben ist!
17.01.2008 Weihnachten nachgeliefert
Es klingelt, vor der Tür sehen zwei ältere Damen. Eine der beiden erkenne ich, als eine gute Kundin, sie hat eine Bekannte mitgebracht. Ich bitte die beiden Damen herein und freue mich. Das ist Kundengewinn ganz nach meinem Geschmack, Einer sagt’s dem Anderen. Nachdem die Begrüßungszeremonie abgeschlossen ist und beide vor einem Capuccino sitzen, kommen sie zur Sache. Frau B. meine Kundin, hat noch ein Paar Manschettenknöpfe hier, die repariert wurden, die möchte sie gerne mitnehmen. Da die Teile fertig sind, teile ich es ihr mit und ernte einen dankbaren Blick.
Ihre Bekannte, Frau M., kramt unterdessen in einem Mäppchen und ist offenbar auch fündig geworden, denn das Kramen hört auf. Nun liegen zwei Ringe vor ihr auf dem Tisch. Unsere Blicke treffen sich und unsicher lächelt sie. Ich nehme an, dass sie ein Problem mit der Größe der Ringe hat und frage, ob die Weite geändert werden soll. Kopfnicken, eshalb klappere ich aufmunternd mit dem Ringmaß. Unterdessen geht das Gespräch hin und her. Ich erfahre, dass die Bekannte in Düsseldorf wohnt und dass sich die Beiden bereits über 30 Jahre kennen. Mittlerweile habe ich die Weite ermittelt und halte den zweiten der beiden Ringe in der Hand. Es handelt sich um einen Memorytrauring, rundum besetzt mit etwa 0,10-er Brillanten, fein weiß und so weit ich es erkennen kann, auch fehlerfrei.. Der Ring ist tiptop gemacht, ein schönes Stück. Sie sagt, dass sie den Ring geschenkt bekommen habe, eine Hinterlassenschaft einer Bekannten, deren Mann ihr den Ring nach deren Ableben geschenkt hätte. Sie möchte ihn ja aus Pietät auch tragen, er sei halt nur ein ganz klein wenig zu eng. Ob eine Änderung denn auch bei einem solchen Strassring möglich sei, und eigentlich fände sie ihn auch ganz nett, hat nichts Besonderes, aber eben irgendwie hübsch.
Ich bejahe ihre Frage leicht irritiert, denn offensichtlich schätzt sie den Ring vollkommen falsch ein und ist sich gar nicht im Klaren darüber, was sie in der Hand hält. Ich sage es ihr und bemerke beiläufig., dass es sich um einen relativ wertvollen Ring handelt, der beim Juwelier bestimmt nicht unter 3.500 Euro zu haben ist.
Derartige Blicke habe ich schon oft erlebt. Es ist jedes mal so eine Art von Geschenk was man den Leuten macht. Erst einmal nichts, dann ein Erwachen, Ungläubigkeit, Erkennen des Sachverhaltes, und dann strahlen sie wie die Kinder unter dem Weihnachtsbaum. Und so ähnlich fühle ich mich dann auch, dabei habe ich doch den geringsten Anteil. Ich durfte es nur verkünden.
Frau M. hat sich in ihrer Euphorie gleich einen Ring bestellt. Schmal, zweifarbig und mit ein paar klitzekleinen Steinchen versehen. Ein dezenter, ruhiger, sportlicher Ring. Den wollte sie schon länger haben, und nun passt er ins Programm, zumal sie demnächst Geburtstag hat. Sozusagen Weihnachten im Januar
Wenn er fertig ist, mache ich ein Bild.
Da isses! ;-)

Ohrstecker 15.01.2008
Es gibt ja nun wirklich nichts, was es nicht gibt. Ursprünglich waren es wohl zwei Korallbutons, gefasst in doppelte Wulstränder, hinten mit Platten und ein Stiften zum Durchstecken. Dazu noch zwei Steckmuttern. Richtig, ein Paar ganz normale Ohrstecker, so wie man sie kennt und schon oft gesehen hat. Aber was nun kommt, sprengt glatt die Vorstellungskraft!
Einer der beiden Stecker ging nämlich verloren. Was macht die gute Frau? Richtig, sie sucht den Juwelier ihres Vertrauens auf und der wiederum mich. Ich kenne ihn schon lange und kann mich noch gut daran erinnern, welchen Unfug er als Kind alles verzapft hat. Einmal hatte er mir einen Stahlnagel durch meine gute Blechwalze gedreht. Nie im Leben werde ich diesen Dackelblick vergessen, der alle beschlossenen Repressalien vom Tisch wischte. Aber ich habe die Rollen aufbewahrt und von seinem ersten Lehrlinsgehalt, hat er sie dann schleifen lassen. Müssen. Doch zurück zu den Ohrsteckern: Bis hierher also immer noch nichts Ungewöhnliches. Das kam dann erst, nachdem mein Kunde nennen wir ihn Peter, er ist Juwelier, mir den Auftrag erklärte. Wie ich ja schon sehen könne, ein Ohrstecker sei verloren worden, und seine Kundin fände die Korallen so schön, die Stecker seien auch noch von ihrer Mutter und sie wolle wieder einen Zweiten dazu haben.
"Na ja", sage ich zu Peter, "wo liegt das Problem? Wir werden den Zweiten eben nachmachen" Nein, das wolle seine Kundin nicht, auch seien ihr die Stecker viel zu groß und rund fände sie diese auch nicht so attraktiv. Die Stecker sollten jünger, nicht so altbacken aussehen. Und da habe sie sich gedacht, man könne ja den verbliebenen Ohrstecker in der Mitte durchtrennen, so dass man zwei Halbmonde bekäme. Wenn man dann noch an den Seiten mit den durchgeschnittenen Steinen ein Abschlussplättchen anlöten würde, dann, so mein, von seiner Kundin konditionierter Kunde, sähe das Ganze doch richtiggehend schick aus und sei auch für jüngere Semester tragbar! Und schaut mich dabei derart unwiderstehlich harmlos an, als habe er gerade erst wieder einen harten Nagel durch meine empfindliche Walze gequält.
Eine Idee der Kundin! Dass ich nicht lache! Da würde ich ja nun meine letzte Flasche Wein drauf verwetten, dass diese verrückte Idee von Peter kommt! Aber habe ich nicht selbst Jahrzehnte damit geworben, dass es "Geht nich" nich gibt? Aber seit die Baumärkte sich das aufs Panier geheftet haben, macht mir den Spruch keinen Spaß mehr. Im Hinterkopf steht schon der Schlachtplan iund ich weiß schon, wie ich es am Besten mache. Aber wenigstens will ich es gut bezahlt haben. Und so höre ich mich sagen: " No Problemo", du hast ja Geld".
Die Tür fällt ins Schloss und ich sitze kopfschüttelnd da. Nun packt mich aber die Neugier, wie das immer ist, wenn ich den Mund etwas zu voll genommen habe und gar nicht so furchtbar genau weiß, ob ich meine Zusage überhaupt einhalten kann. Ich krame in meinen Diamantblättern und finde ein ziemlich grobes. Zwar kein Präzisionsinstrument, aber für diesen Zweck genau das Richtige. Vor fast 20 Jahren, als die Polen unsere Flohmärkte mit allerlei Werkzeug aus Russland überschwemmten, habe ich es gekauft. So, etwa 400 Umdrehungen, genügend Wasser dazu, und das Blatt frisst sich an vorbezeichneter Stelle in die Koralle. Die Hauptsache ist nun Wasser, damit die Koralle nicht warm wird. Diese Steine vertragen allenfalls 100 Grad, dann bekommen sie Risse, bei etwas höheren Temperaturen verfärben sie sich auch, das schöne Rot verblasst, Macht man sie noch heißer, verändern sie die Farbe und bilden Wachstumszonen in Braun aus, dann sieht die ehemals schön rote Koralle, wie ein Stück braunes Holz aus. Das alles soll sie auf keinen Fall, also Wasser, Wasser und um Gottes Willen nicht zu stark auf die Diamantscheibe drücken, sonst...
Es ist vollbracht, Stein und Fassung sind genau in der Mitte durchtrennt worden, und das Beste dabei ist, dass alles ohne Komplikationen abgelaufen ist. Die halbkreisförmigen Korallen sind noch in ihren Fassungen, und da sollen sie auch bleiben. Aus einem 0,5 mm Goldblech schneide ich mir zwei entsprechend Große Stücke, um damit die Seiten zu verkleiden. Das Blech liegt unmittelbar auf den empfindlichen Steinen auf, das Goldlot hat einen Schmelzpunkt von etwa 800°C. Ich werde also aufpassen müssen, damit die Koralle nicht zu warm wird.
Nachdem ich mich davon überzeugt habe, dass die Bleche dicht anliegen, der nächste Schritt, die Laserarbeit. Ich verwende vorsichtshalber ein wenig von meinem Spezial-Flussmittel aus eigener Produktion, was entgegen den üblichen Flussmitteln wesentlich besser benetzt, also dort zu finden ist, wo man es braucht. Ein weiterer Vorteil ist der, dass es nicht klumpt, oder gar hart eintrocknet. Wenn es eingetrocknet ist, selbst nach Monaten ohne Wasser und offen gelagert, gibt man ein wenig Wasser hinzu und erhält sofort wieder eine pasteuse Masse. Das Beste aber ist, dass man es auch unter dem Laser bei 18-Karatlegierungen benutzen kann. Vor allem die stark reflektierenden Rosé-u. Rotgoldlegierungen können wesentlich besser verarbeitet werden, da mein Flussmittel Kupferoxidul beseitigt, welches die Hauptursache für die unangenehmen und Energiefressenden Reflektionen sind. Ein Quantensprung beim Laserschweißen im Goldbereich!
Das eigentliche Laserschweißen ist nun eine Kleinigkeit. Ich verwende ein Uraltgerät von Alpha-Laser, nun schon über 11 Jahre in knallhartem Einsatz. Aber diese Geräte sind im Wesentlichen nicht mehr weiter entwickelt worden, so dass sich auch mit meinem Methusalem noch sehr ordentliche Ergebnisse erzeugen lassen. Ich fixiere zuerst die Eckpunkte immer darauf bedacht, die Korallen nicht zu beschädigen. Dann Zwischen den Punkten und dann wird die Naht durchgezogen. Als Zusatzmaterial verwende ich 750/1 Gelbgoldlot. Nachdem die Schweißarbeiten fertig sind, müssen die beiden Teile sorgfältig versäubert werden. Der Laser hat auch dieses Mal porenfrei gearbeitet, und so kann ich in aller Bequemlichkeit die Fugen versäubern und die Teile anschließend polieren.
Was nun noch aussteht, sind die zwei Stifte, damit es auch wieder richtige Ohrstecker werden. Auch hierbei ist mein alter Laser das wichtigste Werkzeug. Natürlich lässt er mich auch bei dieser Kleinigkeit nicht im Stich, und so befestige ich spiegelverkehrt auf den Rückseiten die Steckerstifte. Noch einmal kurz am Poliermotor vorbei.
...und voila!


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