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Andere Steine werden auch geschliffen

Bei sonstigen Edelsteinen bezeichnet man den Schleifer als jemand, der die Steine nicht an Metall-oder Diamantscheiben schleift und poliert, sondern an großen Schleifsteinen. Besonders die Herstellung transparenter, facettierter Steine, ohne die Verwendung plangenauer Mmetallscheiben, ist eine hohe Kunst. Der Schleifer bringt seine Rohsteine erst einmal an einem rauhen Stein auf ungefähre Form, er „ebouchiert“ sie. Dabei ist die absolute Kenntnis der Materialien unbedingte Voraussetzung, denn der Einfluss von Farbkonzentrationen, oder Fehlern im Kristall, hat auf die fertige Ware einen erheblichen Einfluss.

Ist der Stein ebouchiert, kann er facettiert werden. Dies geschieht bei einigen Künstlern einfach aus der freien Hand heraus. Lediglich mit Hilfe eines kleinen Holzstückchens, welches der Schleifer zur Unterstützung unter den Stein hält, er legt diesen sozusagen auf das Holzstück, wird der Stein an den umlaufenden, mit Wasser benetzten Schleifstein gedrückt. Dabei entsteht an der Reibungsfläche ein Funkenfeld. Dieses „Feuer“ ist von hinten, durch den Stein zu sehen, und nach diesem Feuer richtet sich der Schleifer. So legt er kede Facette des Steins an, indem er durch den Kristall das „Feuer“ beobachtet, welches ihm Messinstument und Navigationsinstrument in einem ist.

Wenn der Stein nun fertig facettiert ist, dann kommt ein anderer, nicht minder artistischer Bereich an die Reihe: Das Polieren. Dies geschieht an einer runden Blei-Zinnscheibe, mit einem Durchmesser von etwa 80 bis 100 cm und eine Dicke von etwa 15 bis 20 cm. Diese schwere, ebenfalls zentrisch rundlaufende Scheibe, wird nun mit den entsprechenden Poliermitteln betragen, Früher verwendete man viel Wassertripel (feiner Kieselgur mit Wasser vermengt), oder auch Chromoxid, Eisenoxid. (Polierrot-und Grün), später kamen Schleif-u. Poliermittel wie Aluminiumoxid, oder Ceroxid usw. dazu. Alle diese Materialien wurden in allerfeinster Körnung verarbeitet. Allein das Aussortieren der Körnungen war schon ein Problem.

Da sich derart feine Körnungen nicht mehr sieben lassen, wurden sie in Wasser eingerührt und nach einer gewissen Zeit Böden in die trübe Brühe gehängt. So erhielt man sehr genaue Körnungen, sortiert durch die Sinkgeschwindigkeit der Materialien in Wasser. Wenn ein Boden z.B. erst nach zwei Minuten eingeschoben wurde, wurden alle bereits abgesunkenen Partikel nicht mehr aufgefangen. Die Polierscheiben aus Blei/Zinn, wurden nun mit dem entsprechenden Poliermittel betragen und der Stein, zunächst mit der Tafel auf die Seitenwand der Scheibe gedrückt. Dies geschah mit Bewegung, so dass das Entstehen einer genauen Fläche ermöglicht wurde. Hierbei gilt: Nass schleift, feucht poliert. War die Tafel des Steins auspoliert, kamen die einzelnen Facetten an die Reihe. Das gesamte Erscheinungsbild des Edelsteins, seine Perfektion und sei Aussehen, waren allein von der Ausführung der Politur abhängig.

Man kann sich überhaupt nicht oft genug vor Augen halten, welche Kunstfertigkeit dazu gehört, welche manuelle Feinkontrolle, welche Routine nötig ist, um derartige Ergebnisse zu erzeugen, wie wir sie in unzähligen alten Schmuckstücken bewundern können. Bezeichnenderweise war dies fast ausnahmslos die Arbeit von Frauen! Dies Artistik wird nur noch von den alten Diamantschleifern erreicht, die den ungeschliffenen Diamanten zunächst in Blei einschmolzen, und dann an den herausschauenden Bereich des Kristalls, mühsam eine Fläche anpolierten, immer darauf bedacht und immer wachsam, dass die von der Stahlscheibe, (auf der die Diamanten geschliffen wurden und werden,) ausgehende Reibungswärme, nicht das Blei aufschmilzt und der Stein als Geschoss von dannen fliegt.

Leider ist das sehr oft passiert. Bei den modernen Maschinen kann ein Stein ruhig bis zur Rotglut erhitzt werden, heute schmilzt kein Blei mehr auf, da ist die Gefahr größer, dass bereits fertig gestellte Facetten verbrennen und durch die Oxidation ( Es entsteht Co²!) Schaden nehmen und deshalb noch einmal nachpoliert werden müssen.